Höferhofer Institut für Gestalttherapie, Beratung und Prävention          © Höferhofer-Institut 2009 Impressum Was ist Gestalttherapie/ -pädagogik? Gestalttherapie ist eine Art „Selbsterziehungsschule“, in der der Mensch erfährt, dass es andere Arten gibt mit dem Leben umzugehen, als diejenigen, die er/sie bislang verfolgt hat (z.B. Ängste, Opfererfahrung, Drogenmissbrauch, Unterwürfigkeit/Ohnmacht, etc.). Wie fühle ich mich, wenn ich beständig versuche, Erwartungen zu erfüllen, die andere an mich stellen? Was spüre ich in meinem Körper, wenn ich all die Dinge im Alltag tue, weil ich sie tun „muss“? Die Gestalttherapie lädt dazu ein, sich dieser Fragen und sogenannten Introjekte („Reiß Dich zusammen!“, „Sei perfekt!“, „Komm mir nicht zu nah!“, und vieles mehr) bewusst zu werden und andere Lebensweisen auszuprobieren, um zu erkennen, was die eine und was die andere Art für den individuellen Entwicklungsprozess bedeutet. Menschen verändern sich nicht dann, wenn sie sich dazu antreiben, sondern dann, wenn sie sich die Zeit nehmen, so zu sein, wie sie sind. Das Wort „Therapie“ leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „helfen“, eine „hilfreiche Hand“ reichen. Gestalttherapie will dem Einzelnen dabei behilflich sein, zu erfahren, was die eigenen Beine vermögen, und unterstützt die Suche nach hilfreichen/sinnvollen „Krücken“ in diesem Prozess. In der Gestaltpädagogik soll der/die LehrerIn im Blickpunkt seines/ihres Handelns nach den Elementen der Gestalttherapie stehen. Daher steht die Gestaltpädagogik gleichberechtigt für die Inhalte und Ziele der Gestalttherapie und stellt, wenn man so will, den Unterstützungsrahmen in der Handlungsmaxime der pädagogischen Arbeit der Lehrkörper. Nicht das was sein sollte, sondern das was ist  stehen im Gegenstand der Betrachtungen ihrer eigenen Lebensvorstellungen und denen ihrer SchülerInnen. Die Gestaltpädagogik steht für die eigene kritische Auseinandersetzung mit sich selbst und ermöglicht somit Veränderungsprozesse im Hinblick auf die Kontaktfähikeit und Wahrnehmung im pädagogischen Prozess zu ändern. Eine differenzierte Wahrnehmung von Lernenden und ihren Bedürfnissen im “Hier und Jetzt-Kontext” ermöglicht ein repressionsfreies Lernen im Kontext von Freiräumen und Grenzen im Umgang mit Verschiedenheit und ihrer Wertschätzung. Neigungen, Kognition und Emotionalität im Lernprozess liegen in unbegrenzter Fülle vor. Doch ihre Vielfältigkeit und Verschiedenheit  bedarf der Wahrnehmung und Akzeptanz auch hinsichtlich der Sozialibität im Lernraum. Nur die eigenen Erfahrungen mit sich und in der Begegnung mit anderen, kann im Bezug auf das Lehren und Lernen ein verantwortungsvolles und eigenständiges Denken und Handeln von Schülerinnen und Schülern fördern.