Höferhofer Institut
für Gestalttherapie,
Beratung und Prävention
Prokjektbericht/Pressemitteilung
„Hinschau´n – zuhör´n – da sein“
Projekt zur Sensibilisierung von selbstverletzendem Verhalten (SVV) im Rahmen der Fortbildung
„Ritzen, Schnippeln, Beschneiden - Aggression und Autoaggression bei Mädchen“ von Dipl.Psych.
Heidrun Wendel (Höferhofer Institut für Gestalttherapie, Beratung und Prävention) vom 07. –
09.06.2010 in den Räumlichkeiten der Kontakt- und Informationsstelle IMMA e.V. in München.
14 Fachfrauen aus dem Bereich der Jugend- und Sozialarbeit arbeiteten in vier Gruppen zum
Thema „Autoaggression“in Form von selbstverletzendem Verhalten. Es entstanden unterschiedliche
Arbeiten, die im Glockenbachviertel installiert wurden (s. Foto) in München.
Mit den provokanten „eye-catchern“ sollte die Öffentlichkeit auf das Thema SVV aufmerksam
gemacht und sensibilisiert werden. Außerhalb der therapeutischen und/oder stationären Hilfe,
stoßen Betroffene meist auf Unverständnis, Ohnmacht, ja sogar Ekel. SVV kann als eine (hilflose)
Art von Selbstfürsorge betrachtet werden, weil es dazu dient, Druck, Spannung und Stress
abzubauen und weitere Gefährdungen bis hin zum Suizid, abzuwenden. Das Hinzufügen von
körperlichen Schmerzen überdeckt seelische Qualen sowie emotionale Leere und wird dadurch als
befreiend empfunden. Mit der Zufügung von Wunden entsteht zunächst Scham, dann Wut und
Frustration über die eigene Schwäche und Angst vor sozialer Ausgrenzung. Dann beginnt der
Teufelskreis von vorne.
In der Regel werden die sichtbaren Zeichen von SVV, wie Wunden und Narben durch
entsprechende Kleidung kaschiert und so vor „Anderen“ verborgen.
In Deutschland wird die Anzahl der sich selbstverletzenden Menschen mit 0,7 – 1,5% angegeben,
was einer Zahl von etwa 600.000 – 1,2 Millionen Betroffenen entspricht. Betroffene in 80 Prozent der
Fälle sind Mädchen, wobei die Hälfte mit der Verstümmelung bis zum Alter von 14 Jahren beginnt.
Diese Art von autoaggressivem Verhalten gilt in unserer scheinbar so aufgeklärten und sozialen, in
Wirklichkeit aber immer gefühlsärmeren und erfolgsorientierten Gesellschaft als Tabuthema.
Wir fordern deshalb „Hinschau´n – zuhör´n – da sein“
Weitere Fortbildungsmöglichkeiten erfahren Sie bei der Veranstalterin unter
kontakt: informationsstelle@imma.de.
hompage: www.imma.de
oder der Leiterin direkt
Tel. 02359 / 67 81
Leiterin des Hoeferhofer-Institut
E-Mail: heidrunwendel@aol.com
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